In einem sind sich Experten einig: Private Vorsorge ist heutzutage wichtiger denn je. Dazu zählen nicht nur Renten- oder Lebensversicherungen, die im Alter finanzielle Sicherheit bieten. Auch Verträge, die Berufsunfähigkeit oder andere Risiken absichern, gehören für verantwortungsbewusste Vorsorger einfach dazu. Viele Versicherte fragen sich, was mit ihren Beiträgen passiert und was am Ende unter dem Strich für sie rauskommt. Tatjana Höchstödter, Vorsorgeexpertin bei der ERGO Lebensversicherung, erklärt die drei Bestandteile des Beitrags und wie daraus Überschüsse entstehen.
Ein Teil der Beiträge fließt in den Sparanteil. Was hat es damit auf sich?
Damit die Versicherung eine vereinbarte Leistung zum Vertragsende auszahlen kann – etwa eine monatliche lebenslange Rente oder den Einmalbetrag einer Kapitallebensversicherung – muss die Summe zunächst angespart werden. Dazu verwendet die Versicherung den Sparanteil. Dieser Teil des Beitrags wird durch ein professionelles Kapitalanlagemanagement in Wertpapiere, Immobilien und Beteiligungen investiert. Die Erträge daraus werden den Kunden jährlich gutgeschrieben. Eine Mindestverzinsung von derzeit 2,25 Prozent wird bei klassischen Lebensversicherungen durch den Versicherer garantiert. Was darüber hinaus erwirtschaftet wird, geht ebenfalls zu mehr als 90 Prozent an die Versicherten.
Ein zweiter Teil der Beiträge macht den so genannten Risikoanteil aus. Was passiert damit?
Diesen Teil der einbezahlten Beiträge verwendet die Versicherung, um eintretende Versicherungsfälle abzudecken – beispielsweise Invalidität oder Tod. Bei einer Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung macht der Risikoanteil den weitaus größten Bestandteil des Beitrags aus. Der Versicherer berechnet ihn unter anderem mithilfe von Statistiken, den so genannten Sterbetafeln. Wenn die Versicherung weniger Leistungen auszahlen muss als erwartet, profitieren die Versicherten von Überschussbeteiligungen in Form von Risikogewinnen.
Den dritten Teil der Beiträge verwendet die Versicherung für den Kostenanteil. Was ist hierunter zu verstehen?
Wie jedem anderen Unternehmen entstehen auch einer Versicherung Kosten. Etwa in Form einmaliger Aufwendungen für die Erstellung der Urkunde. Dazu kommen laufende Kosten durch die Verwaltung der Verträge. Fallen durch effiziente Verwaltung weniger Kosten an als vorab kalkuliert, wird dieser Gewinn den Kunden gutgeschrieben.










