Mehr als "satt und sauber"
Es gibt Dinge im Leben, die sich nicht planen lassen. Wer noch jung ist, kann nicht wissen, ob er einmal bis ins hohe Alter fit bleiben wird. Doch man kann dafür sorgen, die bestmögliche Pflege zu erhalten, wenn es eines Tages nicht mehr ohne die Hilfe anderer gehen sollte. Die meisten Menschen wünschen sich, im Alter im Kreis ihrer Lieben versorgt zu werden. Eine Unterbringung im Heim ist für jemanden, der allein nicht mehr zurechtkommt, oftmals ein doppeltes Unglück. Doch auch die Kosten für die ambulante Pflege zu Hause sind erheblich. Was man tun muss, damit die Familie die nötige finanzielle Unterstützung erhält, weiß Pflege-Expertin Gabriele Thomaßen von der DKV Deutsche Krankenversicherung.
Für viele alte Menschen ist es besonders schlimm, aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen zu werden. Doch wie lässt sich eine gute Pflege zu Hause organisieren?
Ratsam ist, sich frühzeitig mit diesem Thema zu befassen und sich auch mit seinen Angehörigen abzusprechen, bevor eine Pflegebedürftigkeit eintritt. Ehepartner, erwachsene Kinder oder eine andere vertraute Person könnten die Pflege übernehmen. Allerdings ist die psychische und körperliche Belastung für die Pflegenden oft sehr groß. Für Alleinstehende oder Familien, die das nicht allein bewältigen können, ist ein ambulanter Pflegedienst eine gute Lösung. Die Pfleger kommen je nach Bedarf ein- oder mehrmals am Tag in die Wohnung des Betroffenen und unterstützen ihn beispielsweise bei der Körperpflege, beim Toilettengang oder auch beim Einkaufen, Putzen und Essenkochen.
Das klingt, als würde das einiges kosten. Welche Hilfe können die Betroffenen von der staatlichen Pflegeversicherung erwarten?
Es stimmt, die Pflege eines hilfsbedürftigen Menschen ist zeitaufwendig und teuer. Die Pflegepflichtversicherung ist nur als eine reine Grundsicherung gedacht. Wer sich allein um einen Angehörigen kümmert, erhält in Pflegestufe I gerade mal 225 Euro im Monat. Kommt ein Pflegedienst ins Haus, gibt es 440 Euro im Monat. Das reicht für eine umfassende Versorgung meist nicht aus. Einen größeren Geldbetrag wird man aus eigener Tasche dazuzahlen müssen, wenn man nicht nur das Allernötigste erledigen lassen will. In den höheren Pflegestufen kann noch deutlich mehr an Eigenleistung anfallen. Für die meisten dürfte es schwierig sein, größere Summen monatlich selbst aufzubringen. Zwar springt die Sozialhilfe ein, wenn alle Ersparnisse aufgebraucht sind. Doch in vielen Fällen wird das Amt versuchen, sich das Geld zurückzuholen – beim Ehepartner und notfalls auch bei den Kindern.
Die meisten Menschen werden ihren Angehörigen eine solche erhebliche Belastung ersparen wollen. Wie kann man sich und seine Familie vor einem finanziellen Fiasko schützen?
Über eine private Pflegeergänzungsversicherung kann jeder sicherstellen, dass er im Alter gut abgesichert ist. Zum Beispiel mit einem Ergänzungstarif, der einen Teil der Pflegekosten absichert. Übernommen wird ein festgelegter Anteil der Kosten, die nach Leistung der gesetzlichen Kasse noch übrig bleiben. So lässt sich die Versorgungslücke, die der Staat offen lässt, ganz oder teilweise schließen; je nachdem, wie hoch der versicherte Kostenanteil ist. Für denjenigen, der lieber jeden Monat einen bestimmten Betrag zur freien Verfügung haben möchte, empfiehlt sich ein ergänzender Pflegetagegeld-Tarif: Der Pflegebedürftige erhält einmal im Monat einen von ihm festgelegten Betrag und kann selbst entscheiden, wofür er das Geld verwendet. Ein Kritikpunkt bei der gesetzlichen Vorsorge ist ja, dass nur die körperlichen Grundbedürfnisse abgedeckt sind. Menschliche Bedürfnisse, etwa Zeit für Gespräche, finden dabei keine Berücksichtigung. Mit dem Pflegetagegeld aus einer privaten Ergänzungsversicherung dagegen kann zum Beispiel auch eine Person zum Vorlesen oder eine Begleitung für Spaziergänge oder Arztbesuche finanziert werden, wenn kein Familienangehöriger zur Verfügung steht.










