Schweigen ist Gold! Das war einer der Ratschläge, den der Fachanwalt für Strafrecht, Jesko Trahms, den bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte e.G versammelten Mittelständlern mit auf den Weg gab.
"Halten Sie immer den Mund" empfahl der Strafrechtsexperte aus Düsseldorf, wenn die Staatsanwaltschaft oder die Steuerfahndung bei einer Firma aufkreuzt. Aus dem Schweigen dürfen nämlich für den Beschuldigten keine juristisch nachteiligen Schlüsse gezogen werden. Und zu schweigen, das sei im Kampf mit der "mächtigsten Behörde der Welt", gemeint war die Staatsanwaltschaft, das zunächst wirksamste Mittel. Erst nach erhaltener Akteneinsicht (die übrigens kein Staatsbürger selbst erhält; nur die Anwälte dürfen in die Ermittlungsakten einsehen) solle man sich äußern. Und dann hänge es von der Kunst des Verteidigers ab, möglichst eine Hauptverhandlung mit der unerwünschten Öffentlichkeit zu vermeiden. Eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage sei anzustreben, wenn man schon nicht völlig unschuldig sei, so der Rechtsexperte, der auf Einladung der Genossenschaftsbank vor mehr als hundert Zuhörern referierte. Auch ein Strafbefehl, der gleichfalls ohne Hauptverhandlung erlassen wird, sei hinnehmbar.
Nicht schlecht staunten die Gäste der Bank, als der Anwalt seine Stundensätze nannte: nicht unter 400.-- € pro Stunde ist bei ihm Rechtsrat zu erlangen. Da kann ein Strafverfahren selbst bei einem Freispruch ganz schön die Kasse belasten. Denn: bei einem Freispruch trägt zwar die Staatskasse die Kosten der Verteididung, aber nur die gesetzlichen Gebühren. Und die sind im Vergleich zu diesen Stundensätzen viel niedriger. So ist es von Vorteil, wenn der Betrieb über eine Strafrechtsschutzversicherung verfügt. Diese greift sogar bei Vorsatztaten (die im Bereich der Steuerstraftaten fast immer gegeben sind) ein, soweit das Verfahren ohne Hauptverhandlung, also durch Einstellung oder Strafbefehl beendet wird. Und eine solche Versicherung ist nicht mal besonders teuer, worauf Georg Häusler von der Allianz hinwies: Bei einem Betrieb der Metallverarbeitung mit 40 Vollzeitkräften, 3 Azubis und 12 Teilzeitmitarbeitern beträgt die Jahresprämie 1.281,99 €. Bei diesem Betrag sind neben dem Betriebsinhaber/Geschäftsführer auch die Mitarbeiter mitversichert.
Begrüßt hatte die Gäste Vorstand Manfred Schützner In Anwesenheit des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Herbert Zopp. Vor den Vorträgen und danach trafen sich die Gäste zu Speis und Trank (Catering: Hotel Anker).
Im Bild (von links): Georg Häusler, Jesko Trahms, Herbert Zopp und H. Dieter Spreng, der die Gäste verabschiedete.










