"Wir waren sehr erfreut über das große Interesse und die vielen Einsendungen zum Wettbewerb", so der Geschäftsführer der Bayernoil GmbH Michael Raue am Dienstag auf der städtischen Pressekonferenz. Mit 51 eingereichten Arbeiten für das Bayernoilgelände lag Ingolstadt unter den vier ins Rennen gegangenen deutschen Städten vorne und auch europaweit auf einem Spitzenplatz
Raue und die Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle stellten zusammen die Ergebisse des Ideenwettbewerbs Europan 11 vor.
"Es ist kein direkter Bebauungsplan, sondern eher die Idee dahinter. Es geht um einen Imagewandel", erklärte Preßlein-Lehle. Sie fügte hinzu: "Das Siegerprojekt gestaltete die Idee der Großstrukturen, um die sich womöglich ein Landschaftspark entwickeln soll."
Als Sieger wurde durch die Jury der Wettbewerbsbeitrag „Ammerang“ gekürt. Der Entwurf der Architekten Ballauf, Ott und Fornasier, wissenschaftliche Mitarbeiter der TU München, zeichnet eine Mischnutzung aus Bildung (im Norden), Gewerbe (im Westen), und Freizeitnutzung (am Sportpark) vor, mit dazwischen gelegenen Wohngebieten und verbunden durch ein großzügiges Landschaftsband. In den nächsten Schritten wird der eingereichte Beitrag an den Gestaltungsbeirat weitergeleitet und von dort wird es weiter in den Planungsausschuss gehen.
Die 51 für das Bayernoilgelände eingereichten Entwürfe zeigen ein breites Spektrum künftig möglicher Nutzungen, überwiegend in gemischter Form aus Gewerbe, Wohnen, Freizeit und Bildung/Forschung, unter Betonung ökologischer Aspekte und Einbindung der angrenzenden Naturräume Donau-Auwald und Kälberschütt.
Im Frühjahr 2012 ist eine öffentliche Ausstellung aller eingereichten Arbeiten in Ingolstadt geplant. Stadt Ingolstadt und Bayernoil prüfen nun die Ergebnisse des Wettbewerbs und diskutieren, wie aus den vorliegenden Ideen ein umsetzbares Nutzungskonzept entwickelt werden kann, das die städtebaulichen, ökologischen, technischen und ökonomischen Aspekte berücksichtigt, wie sie in der städtebaulichen Zielvereinbarung zur Entwicklung des Bayernoilgeländes und der im Februar 2011 vom Stadtrat beschlossenen Ausschreibung des Wettbewerbs aufgeführt worden waren.
Der Städtebauwettbewerb „Europan“ wird alle zwei Jahre ausgelobt. Er richtet sich an Städte, die innovationsreiche architektonische und urbane Lösungen für ihre Entwicklung suchen. Teilnehmen können junge Architekten und Stadtplaner bis 40 Jahre. Im Rahmen des in diesem Jahr durchgeführten Wettbewerbs „Europan11“ standen 50 Standorte auf dem ganzen Kontinent zur Auswahl.
Die eingereichten Arbeiten wurden in einem zweistufigen Jurierungsprozess bewertet. In einer ersten Runde waren durch eine Fachkommission unter Beteiligung von Stadt Ingolstadt und Bayernoil, acht Arbeiten ausgewählt worden. Aus diesen wurden anschließend von einer zweiten, nationalen Jury der Wettbewerbssieger und ein zweiter Platz in Form eines Ankaufs gekürt.
Das Gelände der ehemaligen Bayernoil-Raffinerie an der Eriagstraße in Ingolstadt bildet eine der größten industriellen Konversionsmaßnahmen in Süddeutschland. Gleichzeitig ist Ingolstadt eine der wenigen Städte in Deutschland, für die für die Zukunft ein signifikantes Bevölkerungswachstum mit einer starken Wirtschaftsstruktur prognostiziert wird, wodurch eine große Nachfrage nach neuem Bauland für Wohnen oder Gewerbe entstehen wird bzw. heute bereits besteht.
Nach der Stilllegung der Raffinerie im Jahr 2008 und dem Beginn des Rückbaus entstanden bereits ab 2009 im Süden des Geländes der Audi-Sportpark und ein neues Gewerbegebiet, erschlossen über einen vierspurigen Ringschluss der Eriagstraße zur Manchinger Straße.










