Die Baubranche in der Region boomt wie lange nicht mehr. „Das Jahr 2011 ist in der regionalen Baubranche eines der erfolgreichsten seit Jahrzehnten!“ Max Hechinger hat als Obermeister der Bauinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen Grund zur Freude. Die Auftragsbücher der örtlichen Bauunternehmen sind voll, an allen Ecken und Enden der Region wird gebaggert, gebohrt, geschraubt und gehämmert. Stahlträger schweben durch die Lüfte, es werden neue Teerdecken aufgetragen, Baugruben ausgehoben und Dächer gedeckt.
Das Bau-Boomjahr 2011 ist vergleichbar mit dem Jahr 1990, in dem die Öffnung der Grenzen nach dem Fall der Mauer für einen riesigen Schub in der Branche sorgte. „Es herrscht Vollauslastung. Die Aufträge kommen aus dem gewerblichen und dem öffentlichen Bereich, aber besonders stark zugenommen hat der Wohnungsbau,“ erklärt Max Hechinger. Das komme vor allem auch den kleinen und mittleren Betrieben zugute, so der Innungsobermeister. Die Region Ingolstadt ist beliebt, der Zuzug ungebrochen und damit auch die Nachfrage nach Wohnraum. Ebenso begehrt: Betreuungsplätze für den Nachwuchs! Deswegen schießen auch Kinderkrippen oder Kindergärten fast „wie die Pilze aus dem Boden“ - und das sorgt ebenfalls für reichlich Arbeit.
Kein Ansturm aus dem Osten
Seit dem 1. Mai gilt für Arbeitnehmer aus den EU-Beitrittsländern Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn die volle Arbeitnehmer-Freizügigkeit.Der uneingeschränkte Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt hat in der Region aber nicht zum befürchteten Ansturm auf die Betriebe geführt. „Die Arbeitgeber in der Region sind sich ihrer Verantwortung für die Menschen vor Ort sehr wohl bewusst,“ erklärt Max Hechinger, „Und natürlich sollten jetzt auch diejenigen von der guten Lage profitieren, die in schlechteren Zeiten Einschnitte in Kauf nehmen mussten.“ Dass trotzdem Hände ringend nach Fachkräften gesucht wird, ist der kleine Wermutstropfen in der erfreulichen Bilanz des Jahres 2011. Und wie sieht es im kommenden Jahr aus? „Wir werden in diesem Jahr nicht alle Baustellen abschließen können und etliche Aufträge auch in das Jahr 2012 mit hinüber nehmen. Die Auslastung wird auch nächstes Jahr sehr gut sein. Allerdings wird die große Nachfrage auch Preissteigerungen mit sich bringen.“ Ein wichtiges Thema der kommenden Jahre wird das der energetischen Sanierung sein. Gerade öffentliche Gebäude wie Ämter oder Schulen, die in den 60er und 70er Jahren gebaut wurden, bedürfen einer gründlichen Sanierung. Hier schlummert weiteres Auftrags-Potential, so dass die Branche optimistisch in die Zukunft blicken darf. (ma)










