Der Tourismusausschuss mit seinem Vorsitzenden Landrat Anton Knapp auf Ortstermin zum Jurahausprojekt Unteremmendorf.
Tourismusausschuss des Landkreises zieht Bilanz über Saison 2010 und beschließt Arbeitsprogramm für 2011
Als „ausgeglichenes Ergebnis“ bezeichnete Christoph Würflein, Tourismusreferent des Landkreises Eichstätt und Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal, die Gästeankünfte und Übernachtungen für das Jahr 2010 im Naturpark Altmühltal. Diese sowie geplante Projekte für das laufende Jahr standen im Mittelpunkt der Tourismusausschuss-Sitzung vergangenen Dienstag in Kinding.
Ausgeglichen deshalb, weil der Landkreis Eichstätt von Mai bis Oktober mit rund 278.000 Ankünften ein sattes Plus von 4,4 Prozent verzeichnete und damit die Verluste der Sommersaison des Krisenjahres 2009 von Minus 4,3 Prozent in etwa wieder ausgleichen konnte. Noch nicht ganz auf dem Niveau der vorhergehenden Jahre bewegten sich die Übernachtungszahlen: Sie sanken in der Sommersaison 2010 noch einmal um 1,3 Prozent auf rund 530.000.
Im gesamten Naturpark Altmühltal stiegen von Januar bis November die Ankünfte um 2,9 Prozent auf rund 607.000 , die Übernachtungen sanken um 0,5 Prozent auf rund 1.181.000.
Würflein lieferte auch Zahlen aus der Bayerischen Tourismusbilanz, und die sieht im Vergleich zum Landkreis Eichstätt und dem Naturpark Altmühltal anders aus: Die Übernachtungen stiegen um 3,6 Prozent, die Gästeankünfte sogar um 7,5 Prozent. Würflein begründete dies mit einer nachhinkenden Entwicklung im Naturpark. „2010 habe vor allem der Städtetourismus und der Ausländertourismus - beides Bereiche mit wenig Bedeutung für uns - einen starken Boom erlebt. Vor allem die Metropolen München (+ 12,7 % Übernachtungen von Mai bis Oktober 2010) und Nürnberg (+15,9%) profitierten überproportional.“
Auch der für den Landkreis Eichstätt so wichtige Bereich Tagungen erhole sich erst mit Verzögerung, wie auch der Ehrenvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Bayern, Siegfried Gallus bestätigte.
Außerdem habe das Wetter im vergangenen Sommer den Gästen so manchen Streich gespielt, was bei Aktivitäten wie Wandern, Radwandern und Bootwandern naturgemäß eine große Rolle spielt. „Die Hitzewelle im Juli, der kalte, verregnete August und die Algenproblematik an den Seen im westlichen Naturpark spiegeln sich deutlich in den Zahlen wider“, führte Würflein weiter aus.
Zufrieden könne der Landkreis Eichstätt laut Würflein trotzdem sein: „Wir haben uns auch ohne die Zugpferde Städtetourismus und ausländische Gäste nach den Auswirkungen der Finanzkrise wieder stabilisiert.“ Absoluter Spitzenreiter bei den Übernachtungszuwächsen im Landkreis Eichstätt ist übrigens die Gemeinde Denkendorf: Sie hat sich in der Sommersaison um 22,6 Prozent auf 30.084 Übernachtungen gesteigert. Die Stadt Beilngries stand mit 134.168 Übernachtungen auch im Sommerhalbjahr 2010 wieder an der Spitze im Landkreis Eichstätt.
Immer wichtiger werde laut Würflein für potenzielle Gäste das Internetportal des Naturpark Altmühltal – täglich nutzen über 1000 User die Seite als Informationsquelle, und damit 15 Prozent mehr als noch 2010. „Das ist auch der Grund dafür, dass die schriftlichen und telefonischen Anfragen im Informationszentrum Naturpark Altmühltal leicht um 1,8 Prozent zurückgegangen sind“, so Würflein.
Aber natürlich freut man sich im Informationszentrum auch über „echte“ Besucher, und die waren nach der Wiedereröffnung nach den Umbauarbeiten zahlreich. Allein seit dem 13. Juli 2010 haben bis Jahresende über 9000 Gäste das Infozentrum besucht – obwohl die Ausstellungsräume in den Obergeschossen nach wie vor wegen Umbau geschlossen sind. „Wir haben dabei sicher auch von der Ausstellung mit Werken von Johann Evangelist Holzer profitiert“, fügte Würflein hinzu: Ein Teil der Ausstellung wurde in der ehemaligen Klosterkirche Notre Dame, in der das Infozentrum zu Hause ist, präsentiert.
Im Anschluss bewilligte der Tourismusausschuss das Naturparkprogramm 2011 mit Zuschussanträgen für die touristische Infrastruktur. Wesentliche Projekte, die zur Bezuschussung bei der Regierung eingereicht werden sollen, sind dabei ein Erlebnispfad im Morsbachtal, der den Lebensraum des Bibers schonend erlebbar machen soll, mit geplanten Gesamtkosten von 80.000 Euro und der Naturerlebnispfad Reisberg-Lippersthofen, der für 40.000 Euro instand gesetzt und neu markiert werden soll.
Verstärkt wird 2011 auch Geld in das immer wichtiger werdende Online-Marketing fließen. „Soziale Netzwerke wie facebook spielen im Marketing eine immer größere Rolle“, legte Würflein dem Ausschuss dar, und genauso wichtig sei es, mit dem Internetauftritt, Newslettern und der Suchmaschinenoptimierung auf dem Laufenden zu bleiben. So sollen unter anderem mobile Internetseiten entstehen und touristische Apps für iPhone und Android-Smartphones erarbeitet werden.
Bereits auf bestem Weg sind Projekte wie die „Zeitreise Jura“, bei der die archäologischen Stätten im Altmühltal sowie im Landkreis Roth und im Weißenburger Jura vernetzt werden sollen oder das Projekt „Wandern mit Profil“ zusammen mit der LAG Altmühljura. Auch das Jurahausprojekt geht in Kürze in die Umsetzungsphase. Passend dazu, erläuterte Bürgermeisterin Rita Böhm den Mitgliedern des Ausschusses angeführt vom Vorsitzenden Landrat Anton Knapp vor der Sitzung bei einer Besichtung das sanierte und als Ferienhaus zu mietende Hirtenhauses in Unteremmendorf.
Mehr Informationen: Zentrale Tourist-Information Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1, 85072 Eichstätt, Telefon 08421/9876-0, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.naturpark-altmuehltal.de










