Es war für die Stadt und für Audi der vielleicht wichtigste Termin des Jahres: Am Freitag wurde das GVZ II offiziell in Betrieb genommen - zur Feier kam auch Ministerpräsident Horst Seehofer.
"Schon in der Antike gab es Abkürzungen," sagt Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann zur Begrüßung "Da sie heute hier sind, sind sie ein Insider." Lehmann spielte auf die Abkürzungen IFG und GVZ an, "die eine Ingolstädter Erfolgsgeschichte beschreiben". Schon das GVZ I habe mit seinen 83 Hektar und 4.200 Mitarbeitern beeindruckende Zahlen aber weil man "den Bedürfnissen von Audi gerecht werden" wollte, musste ein zweites GVZ her. Innerhalb von nur 10 Monaten wurde die erste Halle (Q) mit 54.000 Quadratmeter fertiggestellt. Bis 2012 werden weitere Hallen, Ladehöfe und die Infrastruktur mit der neuen Gaimersheimer Straße, Gleisanschluss und Hochkreisel folgen. "Wir wollen die lokale und regionale Wirtschaft stärken und erhalten," so Lehmann.
Im Anschluss trat Audi-Produktionsvorstand Frank Dreves ans Mikrofon. Er entschuldigte sich für die Abwesenheit von seinem Chef Rupert Stadler, der zur Zeit in Wolfsburg weilt. Dreves betonte die Wichtigkeit des GVZ II für Audi: "Wir wollen unsere Arbeitsplätze langfristig sichern." Das GVZ II reduziere die LKW-Strecken um 1 Million Kilometer pro Jahr, was einem CO2-Ausstoß von 1.348 Tonnen entspricht. "Das zeigt: Es profitiert nicht nur unser Unternehmen, sondern auch die Umwelt!" so Dreves. "Dieser Meilenstein hat ein Signalwirkung: Auf die Bürger der Stadt und Region, unseren Mitarbeitern und den Zulieferern," sagte Dreves und wertete das GVZ II als "positives Zeichen und ein Bekenntnis zu Ingolstadt."
Ministerpräsident Horst Seehofer war ausgesprochen locker und freute sich sichtlich: "Es gab in den letzten Monaten eine Reihe unangenehmer Termine im Kalender eines Ministerpräsidenten," sagte Seehofer mit Blick auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. "Dieser Termin heute aber ist anders!" Seehofer weiter: "Hier haben drei Erfolgsakteure mitgewirkt: Audi, die Stadt Ingolstadt und der Freistaat Bayern." Viele Lacher erntete sein Lob gegenüber dem Ingolstädter Autobauer. "Audi ist einer der führendsten Premiumautomobilhersteller. Wenn ich nicht Ministerpräsident wäre, würde ich sagen: Audi ist DER führende Premiumautomobilhersteller." Auch Ingolstadt sei auf einer Welle des Erfolgs, was in diversen Rankings, wo die Donaustadt wiederholt auf den vorderen Rängen landet, bestätigt wird.
"Aber," sagte Seehofer, "das war nicht immer so!" und erinnerte daran, dass es Audi und Ingolstadt bei weitem nicht immer so gut ging: "Ingolstadt war auch mal Sorgenkind innerhalb Bayerns." So zum Beispiel in den 70ern, als es Audi tief in der Krise steckte und Hilfsprogramme unterstützen mussten. "Das hier ist die Ernte von vielen Anstrengungen und großen Leistungen," so der Ministerpräsident. Audi sei ein "Glücksfall" für Ingolstadt und ein "starkes Standbein" für Bayern. "Wo immer ich auch hinkomme in dieser Welt - Audi ist schon da!"
So sei es ihm zum Beispiel in China gegangen, als er feststellte, mit welch einer Begeisterung in Peking Audi aufgenommen wird. "Oft begreift man erst auf Reisen, was man an der Heimat hat." Audi sei "unser Flaggschiff". Seehofer warnte allerdings auch davor, dass man "jetzt nicht die Hände in den Schoss legen" dürfe, revidierte aber sogleich: "Ich bin mir sicher, das wird nicht passieren." Zum Abschluss lächelte Seehofer: "Ingolstadt und Audi sind nicht nur mit hohem Tempo unterwegs - sie sind auf der Überholspur!" (tm)










