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Mittwoch, 23 Mai 2012

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Wirbel um Entwicklungshoheit

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Porsche wird im VW-Konzern künftig Sportwagen und Luxuslimousinen entwickeln – Auf Audi hat das aber wohl keine Auswirkungen.

Bei so manchem Audianer sorgten die jüngsten Äußerungen von VW-Chef Dr. Martin Winterkorn für Entsetzen. Winterkorn sicherte Porsche zu, künftig für den Sportwagen- sowie den Modulbaukasten für große Luxuslimousinen verantwortlich zu sein. In Ingolstadt machte sich daraufhin große Verunsicherung breit. Werden jetzt Flaggschiffe, wie der Audi A8 nicht mehr in Ingolstadt entwickelt? Sind womöglich gar Arbeitsplätze gefährdet?

Auf Anfrage unserer Zeitung wird uns der Brief des Audi-Chefs Rupert Stadler und des Betriebsratsvorsitzenden Peter Mosch übersandt, der am Tag nach Winterkorns Äußerungen intern versendet wurde. Stadler und Mosch stellen darin klar: „In einigen Medien ist der Eindruck entstanden, dass künftig Audi-Modelle von unseren Kollegen bei Porsche entwickelt würden. Dies betraf vor allem auch unseren A8. Ich kann deutlich sagen: Unser Flaggschiff wird auch in Zukunft selbstverständlich bei uns entwickelt und gebaut.“

Der Wirbel entstand durch die Verteilung der so genannten „modularen Baukästen“. Porsche wird dabei die Entwicklungshoheit über zwei neue Baukästen übernehmen: Den modularen Sportbaukasten und den modularen Standardbaukasten. Vor allem letzterer sorgte in dem Medien – und damit bei den Mitarbeitern – für Missverständnisse. Der modulare Standardbaukasten ist nämlich hauptsächlich für heckgetriebene Fahrzeuge gedacht. „Die gibt es bei Audi nicht. Und wird es auch nicht geben,“ heißt es im Brief.

Das bestätigt auch Jörg Schlagbauer vom Audi-Betriebsrat: „Heckgetriebene Fahrzeuge gibt es nur bei Porsche.“ Schlagbauer stellte auch klar, dass Audi bei den Fahrzeugen mit Längsmotoren im Volkswagenkonzern auch weiterhin zuständig bleibt und damit auch künftig die Hoheit über die eigene Modellpalette hat. Die Entwicklung der quer eingebauten Motoren bleibt bei VW.

„Insofern gibt es eine ganz klare Abgrenzung zwischen Porsche und Audi. Jeder wird, wie auch heute, seine Fahrzeuge entwickeln und bauen,“ sagen Stadler und Mosch. Damit dürften auch die Audianer beruhigt sein, die nach Medienberichten irritiert waren und böse auf den Konzernbruder in Zuffenhausen geschielt haben. (tm/ro)

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