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Mittwoch, 23 Mai 2012

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Cool bleiben bei Fernwärme

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Verunsicherung bei Fernwärme-Kunden

(zel) Die Petroplus-Insolvenz hat bei Ingolstädter Fernwärme-Kunden für Verunsicherung gesorgt. Doch jetzt gibt es Entwarnung. Zum einen erklärt Petroplus, weiter Fernwärme an die Stadtwerke zu liefern, obwohl die Raffinerie-Produktion komplett gestoppt wird. Zugleich versprechen die Stadtwerke: „Die Fernwärme-Versorgung ist gesichert.“ Die Raffinerie hat wegen fehlender Liquidität zum Ankauf von Rohöl die Auslastung der Anlage immer weiter reduziert. Seit Anfang dieser Woche auf nur noch 30 Prozent, so Sebastian Brunner, der Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Zudem hat sich laut Jaffé und Gerhard Fischer, Raffinerie-Geschäftsführer und Chef von Petroplus Deutschland, bestätigt, dass die Fortführung der Produktion in der Raffinerie mit einer auf weniger als die Hälfte reduzierten Auslastung für die deutschen Petroplus-Gesellschaften als „Stand-alone-Lösung“ ad hoc aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht realisierbar ist. Bislang waren die deutschen Petroplus-Gesellschaften bei Rohölbeschaffung, Finanzierung, Risikomanagement und Informationstechnologie in die schweizer Muttergesellschaft eingebunden. Durch die voneinander unabhängigen Insolvenzverfahren stehen den deutschen Petroplus-Gesellschaften die bisher in der Schweiz zentral koordinierten Serviceleistungen aber nun nicht mehr zur Verfügung, so Fischer. In der Folge wird die Raffinerie nun Schritt für Schritt heruntergefahren und in einen „Warmhaltebetrieb“ versetzt. Es wird nicht mehr produziert. Ein Teil der Anlage läuft aber weiter, um die Raffinerie laut Brunner produktionsbereit zu halten – und eben, um Fernwärme zu liefern. Die künftig an die Stadtwerke geschickte Fernwärme-Menge werde „etwas niedriger“ sein als bislang. Die Verträge mit den Stadtwerken müssen nach Informationen unserer Zeitung noch angepasst werden. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Stadtwerken“, sagt Brunner. Wie zu erfahren war, gab es diese Woche ein Gespräch von Jaffé und Fischer mit OB Alfred Lehmann (CSU) über die Lage bei Petroplus.Die Stadtwerke sind indes bemüht, zu beruhigen. „Durch die Fernwärmequellen im Netz der Stadtwerke steht genügend Abwärme für den derzeitigen Bedarf unserer Privat- und Gewerbekunden zur Verfügung“, so Marketing-Chef Andreas Schmidt. Audi ist nach Angaben der Stadtwerke der Hauptabnehmer. „Auf Basis eines Fernwärmevertrags beliefern die Stadtwerke über ihre Partner Petroplus und die Müllverwertungsanlage Mailing das Werk Ingolstadt. Vereinbart sind künftig 120 000 Megawattstunden pro Jahr“, so Audi-Sprecher Joachim Cordshagen. Zudem nutze Audi die Wärmeleistung über zwei hauseigene Gasturbinen der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage (KWKK) sowie über zwei eigene, gasbetriebene Heizhäuser.  Im vergangenen Jahr lag der Energiebedarf im Werk laut Cordshagen bei rund 388 300 Megawattstunden, davon 68 450 als Fernwärme. Audi geht trotz der Entwicklung bei Petroplus davon aus, dass die Stadtwerke die vereinbarte Fernwärme-Menge liefern, so Cordshagen. Ungeachtet dessen ist das Unternehmen offenbar gut abgesichert, sollte es dennoch zu Liefer-engpässen oder -ausfällen kommen. „Das Audi-eigene KWKK und die von Audi betriebenen Heizhäuser decken einen Großteil des Wärmebedarfs im Werk Ingolstadt ab. Bei Bedarf könnten diese auch ausbleibende Fernwärme-Lieferungen kompensieren.“ Keinen Grund zur Aufregung gibt es auch bei der hiesigen Hochschule. „Wir sind überzeugt davon, dass unser Vertragspartner, die Stadtwerke, seinen Lieferverpflichtungen nachkommt, so Sprecher Christian Müller. „Daher gibt es auch keinen Notfallplan.“ Auch beim Stadttheater sieht man „keine Veranlassung, sich Sorgen zu machen“, erklärt Gerd Treffer, Pressesprecher der Stadt.

 

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