(stz) Nach dem Insolvenzantrag für die deutschen Tochtergesellschaften der Schweizer Petroplus Holdings AG läuft die Investorensuche nunmehr auf Hochtouren. „Es haben sich bislang schon zahlreiche strategische wie auch Finanzinvestoren aus dem internationalen Geschäftsumfeld gemeldet, die Interesse an der Raffinerie sowie am Geschäftsbetrieb von Petroplus Deutschland haben. Um die Raffinerie sowie die verbundenen Logistik- und Vertriebseinheiten fortführen zu können, brauchen wir einen Investor. Deshalb liegt der Schwerpunkt unserer Anstrengungen nun auf dem Investorenprozess“, so Geschäftsführer Gerhard Fischer und der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Mittwoch. Den Angestellten wurde das in einer Beriebtsversammlung mitgeteilt.
Obwohl anfangs keinerlei freie Liquidität vorhanden war und der Geschäftsbetrieb zu kollabieren drohte, sei es der Geschäftsführung zusammen mit dem Team des vorläufigen Insolvenzverwalters in den vergangenen Tagen gelungen, die Situation bei den deutschen Petroplus-Gesellschaften unter Kontrolle zu bringen. „Der akute Infarkt ist abgewendet, wir können den Betrieb nun in einen stabilen Zustand überführen“, fasste Gerhard Fischer das Ergebnis der bisherigen Aktivitäten zusammen.
Nach Gespräche mit potenziellen Geldgebern sowie Kunden und Lieferanten habe sich gezeigt, dass für die Raffinerie in Ingolstadt offensichtlich großes Interesse aus allen Teilen der Welt besteht. Nach der ersten Kontaktaufnahme wird der entsprechende Investorenprozess derzeit intensiv vorbereitet.
Da die weitere Rohölversorgung der Raffinerie so nicht mehr zu gewährleisten war, werde die Raffinerie ab 9. Februar nach und nach in einen optimierten Standby-Betrieb versetzt. Die Anlagen laufen dann - bisher lag die Auslastung bei rund 40 Prozent - in einem „sicheren Warmhaltebetrieb“ und können bei Bedarf binnen weniger Tage wieder hochgefahren werden. Die Raffinerie werde darüber hinaus durch Wartungsarbeiten für die mögliche Übernahme durch einen Investor vorbereitet. „Wir erhalten damit eine voll funktionsfähige Einheit. Das ist ein wichtiges Argument für die Gespräche mit potenziellen Investoren“, so Fischer. Die Wärmelieferung an die Stadtwerke ist dem Vernehmen nach auch im so genannten Standby-Betrieb gewährleistet.
Die rund 420 Mitarbeiter der deutschen Petroplus Gesellschaften erhalten gegenwärtig Insolvenzgeld. Möglichst alle Arbeitsplätze der deutschen Petroplus-Gesellschaften sollen dauerhaft erhalten bleiben.










