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Mittwoch, 23 Mai 2012

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Audi platzt aus allen Nähten

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Über 1,3 Millionen Autos hat Audi im vergangenen Jahr abgesetzt. Ein neuer Rekord, wieder einmal. Aber der Erfolg hat auch eine Kehrseite. Audi platzt aus allen Nähten. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist ebenso hoch wie der an neuen Gewerbeflächen, um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können.
Nachdem mit dem Bau des zweiten Güterverkehrszentrums (GVZ) zumindest an der Produktionsfront etwas Entspannung erreicht wurde, steigen nun die Ansprüche bei Auslieferung und Logistik. Nicht immer zur Freude aller Betroffenen. Gab es bereits beim Bau des GVZ unüberhörbar Kritik an dem massiven Flächenverbrauch, so sind es derzeit die Bürger von Karlskron, die den Erweiterungsplänen der Firma Scherm als Audis Logistikpartner vor Ort ablehnend gegenüberstehen und das Vorhaben in einem Bürgerentscheid an diesem Wochenende kippen wollen.
„Wir respektieren selbstverständlich die politischen Prozesse“, meint Audi-Pressesprecher Jürgen de Graeve zu der bevorstehenden Abstimmung. „Wir haben natürlich einen wachsenden Bedarf an logistischen Dienstleistungen und hätten die gerne in der Region.“ Sollte die Entscheidung in Karlskron zuungunsten der Erweiterungspläne ausfallen, würden die logistischen Abläufe in jedem Fall schwieriger für Audi. Aber einen „Plan B“ gebe es derzeit noch nicht. Zumindest die Bedingungen für Selbsttabholer im Ingolstädter Werk haben sich bereits verbessert. Am kommenden Montag öffnet das Audi-Forum und mit ihm das Kundencenter nach mehrwöchiger Umbaupause wieder und ist nun gewappnet für zehn Prozent mehr Kunden, die ihren Wagen direkt im Werk abholen wollen. Aber auch in Neuburg und Münchsmünster tut sich was. Während im Südosten von Neuburg im Frühjahr der Spatenstich für das Fahrerlebnis- und Präsentationszentrum auf dem rund 400 000 Quadratmeter großen Gelände in Nachbarschaft zum Wittelsbacher Golfclub ansteht, geht es auch in Münchsmünster langsam zur Sache. 32 Hektar hatte Audi im Jahr 2010 von der Firma Evonik und der Gemeinde Münchsmünster erworben. Die ersten Baumaßnahmen werden hier, wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war, allerdings erst 2013 stattfinden. Entstehen soll eine Produktionsstätte für Fahrzeugteile und Karrosseriekomponenten. Und das bedeutet vermutlich, dass Audi hier Aluminiumgussteile ebenso produzieren wird, wie moderne Verbundwerkstoffe.
Unklar hingegen ist derzeit noch, was Audi mit dem ehemaligen Rosner-Gelände vorhat, dessen Kauf in dieser Woche über die Bühne gegangen ist. (msc)

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