Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) unterstützt neue Initiative zur Stärkung des Herkunftsschutzes
Regionale Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft werden bei den Verbrauchern immer beliebter. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG) ist die Regionalität von Lebensmitteln für 45 Prozent der Deutschen ein wichtiges Thema. Auf der anderen Seite produzieren Unternehmen aus dem Ausland Imitate, wie Bayerisches Bier aus Holland, mit welchen sie die Verbraucher absichtlich in die Irre führen. Damit der Schutz geographischer Angaben in Deutschland mehr Gewicht erhält, wurde im Januar 2012 der Verein "Herkunftsschutz Agrarerzeugnisse und Lebensmittel" (HAL) in München gegründet. Das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) und der Cluster Ernährung unterstützen den Verein als Beirat, zahlreiche bayerische Verbände der Lebensmittelwirtschaft sind Gründungsmitglieder.
"Der gute Ruf traditioneller, regionaler Spezialitäten wird durch Nachahmer, die qualitativ minderwertige Imitate herstellen, nachweislich beschädigt", sagt Dr. Michael Lüdke vom Cluster Ernährung im Kompetenzzentrum für Ernährung. "Transparenz in der Erzeugung und Verarbeitung wird zunehmend zum Kaufkriterium." Bayerische Lebensmittelhersteller und Erzeuger von Agrarprodukten entscheiden sich vermehrt dafür, das Ansehen ihrer Produkte aktiv gegen Missbrauch zu schützen und die Einzigartigkeit ihrer traditionellen Erzeugnisse zu betonen. Hierzu nutzen sie vor allen Dingen die neue EU-Gesetzgebung, welche einen umfassenden Schutz für Herkunftsangaben bietet.
Um die Position der sogenannten geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) und geographischen Angaben (g.g.A.) in Deutschland weiter zu stärken, tritt der Verein Herkunftsschutz Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (HAL) für eine Entbürokratisierung der von der EU-kofinanzierten Absatzfördermaßnahmen sowie mehr Transparenz bei der Beantragung von geographischen Angaben und bei der Prüfung von Anträgen ein.
Dabei ist die Nutzung des Herkunftsschutzes in Deutschland durchaus noch ausbaufähig: "Während insbesondere Südeuropa und Frankreich den Herkunftsschutz nach der Verordnung(EG) 510/06 intensiv nutzen, wird in Deutschland bisher nur verhalten auf dieses System zurückgegriffen", sagt Dr. Adriano Profeta vom Cluster Ernährung im Kompetenzzentrum für Ernährung. Weiteres Ziel des Vereins ist es daher, die Zahl der Neuanmeldungen für geschützte Herkunftsangaben in Deutschland zu erhöhen.
HAL e.V. besteht aus folgenden Mitgliedern: Milchwirtschaftlicher Verein Allgäu-Schwaben e.V., Bayerischer Brauerbund e.V., Landwirtschaftliche Qualitätssicherung Bayern GmbH, Hopfenpflanzerverband Hallertau e.V., Fränkischer Weinbauverband e.V. Fischereiverband Mittelfranken e.V., Erzeugergemeinschaft Abensberger Qualitätsspargel e.V. und Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e.V. Zusammen erzielen diese einen jährlichen Umsatz von ca. 2,5 Mrd. EUR.
Derzeit sind ausschließlich bayerische Schutzgemeinschaften Mitglied des Verbandes. Er steht jedoch allen Produzenten in Deutschland und aus dem deutschsprachigen Ausland offen, die sich für eine Verbesserung des Herkunftsschutzes einsetzen wollen.
Vereinsvorsitzender ist der bayerische Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer (Erzeugergemeinschaft Abensberger Qualitätsspargel e.V.), der in seiner Arbeit von den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Robert Scholz (Bayerischer Brauerbund e.V.) sowie Dr. Maria Linderer (Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e.V.) unterstützt wird.
(Quelle: Kompetenzzentrum für Ernährung KErn)










