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Montag, 21 Mai 2012

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Klinikum Ingolstadt schärft 2011 sein Profil

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Das Klinikum Ingolstadt hat in den letzten Jahren eine dynamische Entwicklung genommen, viele neue Projekte angestoßen und umgesetzt: Der Bau des ÄrzteHauses, der Ausbau verschiedener Kooperationen, die Einrichtung des KinderZentrums und der Aufbau neuer Kliniken und Institute sind einige Beispiele für die Weiterentwicklung des Ingolstädter Schwerpunktkrankenhauses. Diese Entwicklung geht auch im nächsten Jahr weiter: Das Profil der medizinischen Leistungen des Klinikums wird erweitert und kontinuierlich geschärft.

Denn die Halbwertszeit des Wissens wird auch in der Medizin immer kürzer. Das Wissen wächst und damit auch die medizinischen Möglichkeiten für die Patienten – aber auch die Herausforderungen für die Krankenhäuser und deren Finanzierung. Dennoch sind wir in Ingolstadt mit dem Klinikum und unserem Krankenhauszweckverband gut aufgestellt. Das Klinikum hat seit Jahren in die Zukunft investiert und sein medizinisches Leistungsspektrum erweitert und verbessert, dabei aber gleichzeitig mit Umsicht und Weitblick auf die Wirtschaftlichkeit geachtet und so in den letzten Jahren immer wieder ein Ergebnis um die berühmte „schwarze Null“ herum erwirtschaftet.

Der Wissenszuwachs führt in der Medizin wie auch in anderen Bereichen immer mehr zu einer Spezialisierung innerhalb der medizinischen Fachbereiche. Dieser Tendenz trägt das Klinikum Ingolstadt durch Spezialisierung und Profilschärfung Rechnung: Wie schon in vergangenen Jahren wurden zuletzt neue Kliniken und Institute geschaffen, deren praktische Implementierung derzeit läuft, wie etwa die neu eingerichtete Notfallklinik – die mit Dr. Florian Demetz einen sehr kompetenten und aufmerksamen Direktor bekommen hat. Dr. Demetz und sein Team legen noch mehr als bisher größten Wert auf eine gute Betreuung und einen exzellenten Service für die Patienten.

Das beginnt bei neu gestalteten Handouts für die Notfallpatienten, in denen sie über die Abläufe und Gründe für mögliche Wartezeiten – die sich in einem Notfallbereich natürlich nicht immer vermeiden lassen – informiert werden, setzt sich über Serviceschulungen der Mitarbeiter und serviceorientierte „Standard Operating Procedures“, wie man vorgegebene Handlungs- und Qualitätsstandards neudeutsch nennt, fort und endet nicht zuletzt an einer neuen Umgebung, die derzeit fertiggestellt wird: Die zeitgemäße und patientengerechte Neugestaltung des NotfallZentrums wird gerade abgeschlossen und schafft damit in einem Bereich, in dem es in den letzten Jahren immer wieder zu Beschwerden gekommen war, mehr Komfort und ideale Voraussetzungen für eine optimale Notfallversorgung.

Neu im Aufbau befindet sich derzeit auch die Medizinische Klinik IV. Seit Oktober steht der erfahrene Spezialist für Elektrophysiologie Prof. Dr. Karlheinz Seidl an der Spitze des neuen Fachbereichs, der auf die Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen spezialisiert ist und als neue Abteilung in Zukunft das Leistungsspektrum des Klinikums erweitern wird. Die Zahl der Kliniken und Institute steigt damit auf 21 an, die in Verbindung mit den zahlreichen Zentren im Klinikum eine komplette medizinische Versorgung auf höchstem Niveau anbieten. Diese Entwicklung könnte mit der Weiterentwicklung dieses neuen und der Schaffung weiterer Fachbereiche ergänzt werden. Das Klinikum schärft damit sein Profil und stellt sich zunehmend auf die Herausforderungen der Zukunft ein. Auch der Bereich Medizincontrolling soll auf- und schrittweise ausgebaut werden und so zu einer noch effizienteren und qualitativ hochwertigeren Versorgung beitragen.

Das ist auch das Ziel der Zentrenbildung, die in vielen Bereichen für Transparenz sorgt, die die Abläufe in einem Zentrum optimieren hilft und die Qualität der medizinischen Leistungen belegt und sichtbar macht. Beispielsweise zeigen die Ergebnisse im erst vor einem Jahr eingeführten DarmZentrum, dass sich die medizinischen Leistungen in kurzer Zeit von einem bereits vorher hohen Niveau noch einmal ein gutes Stück verbessert haben und in fast allen Bereichen die geforderten Qualitätsstandards der medizinischen Fachgesellschaften übererfüllen. Die Zentrenbildung soll weitergehen: Derzeit arbeitet man im Klinikum am Aufbau eines fächerübergreifenden Tumorzentrums, das im nächsten Jahr zertifiziert werden soll. Damit wäre das Klinikum unter den ersten Kliniken bundesweit, die diesen Qualitätsnachweis erhalten.

Auch hinter den Kulissen, etwa im Forschungsbereich, der ja sonst eher den Universitätskliniken vorbehalten ist, hat das Klinikum viel Qualität zu bieten: Beispielsweise hat das Zentrum für psychische Gesundheit im Klinikum für seine Grundlagenforschung im Schlaflabor nach einer Anerkennung der Europäischen Union im letzten Jahr nun auch noch einen Förderpreis der Europäischen Schlafforschungsgesellschaft erhalten, der die Fortsetzung des Projektes unterstützt, bei dem die körperlichen Folgen anhaltender Schlafstörungen in Bezug auf Diabetes untersucht werden. Auch Öffentlichkeitsarbeit und Marketing des Klinikums sind wie schon in den letzten Jahren einmal mehr mit einem Preis ausgezeichnet worden, was erneut zeigt, dass das Klinikum selbst eine Marke geworden ist und auch über die Grenzen der Region hinaus viel Anerkennung findet.

Wie schon in den letzten Jahren gehen auch die Baumaßnahmen am Klinikum in 2011 weiter: Gerade erst ist der Strahlenbunker am Klinikum fertig geworden und bietet Ärzten wie Patienten in Zukunft hervorragende Bedingungen und modernste medizintechnische Ausstattung. Mit dem Bau und der engen Anbindung nicht nur des Gebäudes, sondern auch der Organisation und der Strukturen an das Klinikum Ingolstadt sind ideale Voraussetzungen für einen reibungslosen Übergang zwischen ambulantem und stationärem Bereich in einem medizinischen Fach gegeben, das sich immer mehr in den ambulanten Bereich verlagert. Wir sind daher sicher, dass es sich dabei um ein zukunftsweisendes Modell handelt, wie sich im kommenden Jahr zeigen wird, wenn sich der Betrieb dort eingespielt hat.

Das nächste bauliche Großprojekt steht bereits an, das den medizinischen Campus rund um das Klinikum in einem wichtigen Bereich erweitern wird: Der Neubau des Pflegeheims in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikum an der Krumenauerstraße soll Anfang 2011 beginnen. Die neue Einrichtung, die in Kooperation mit der Heilig-Geist-Spital-Stiftung betrieben wird, wird 160 Betten haben und sich eher auf die komplexeren Fälle, also den psychiatrischen Langzeitbereich, die psychiatrische Wiedereingliederung und die beschützende sowie die Schwerstpflege konzentrieren. Hier sind die medizinischen Kompetenzen des Klinikums und des Geriatrie- und Rehazentrums gefragt, die nicht nur räumlich gegeben sind: Die Bewohner werden davon profitieren, dass sie gut versorgt werden und im Ernstfall sofort medizinische Hilfe aus einem Schwerpunktkrankenhaus bekommen können.

Rund 17 Millionen Euro werden in das neue Projekt investiert, das 2012 in Betrieb gehen und ideale Voraussetzungen zur Behandlung älterer Patienten bieten wird: Beispielsweise werden 85 Prozent der Zimmer Einzelzimmer, und jedes einzelne wird über eine eigene Nasszelle verfügen. Es ist die richtige Entscheidung, das Gebäude neu zu errichten, statt das Altstadtzentrum zu sanieren – sowohl aus finanzieller und logistischer Sicht, als auch aus der Sicht der Pflege unserer Senioren: Denn das Gebäude wird ideal auf die Anforderungen in der Seniorenpflege abgestimmt sein. Es wird mehr Platz und Gelegenheit zum Spazierengehen und für gemeinsame Aktivitäten sowie funktionelle und modern ausgestattete Besprechungs-, Aufenthalts- und Therapieräume bieten.

Ein sehr wichtiges Thema für das Klinikum schließlich war und ist die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten. Die Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Medizin ist wichtig, und es ist in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung, sowohl für die Qualität der medizinischen Versorgung der Bevölkerung als auch für das Funktionieren des Gesundheitssystems insgesamt, dass die Zusammenarbeit über diese traditionellen Grenzen hinweg funktioniert. Das betonen wir ebenso wie das Klinikum immer wieder.

Mögliche Reibungsverluste an den Schnittstellen zwischen ambulantem und stationärem Bereich sollen möglichst auf ein Minimum reduziert werden, doppelte Untersuchungen zum Beispiel nach Möglichkeit ausgeschlossen werden. Dazu beitragen soll das neue Ärzteportal Ingolstadt, über das die behandelnden Ärzte auf beiden Seiten – selbstverständlich unter höchster Datensicherheit – für die Behandlung relevante Daten temporär austauschen und speichern können. Nachdem diese neue Kommunikationsplattform in diesem Jahr angelaufen ist, gilt es in Zukunft ihr Potenzial weiter zu nutzen.

Gemeinsam mehr erreichen – so könnte man in einfachen Worten auch das Prinzip hinter einer neuen Initiative zusammenfassen, die die medizinische Qualität in der Region 10 verbessern soll: Verschiedene Anbieter aus dem Bereich der stationären Medizin rund um das Klinikum haben jüngst im Rahmen des Projektes „Ärzte in der Region“ beschlossen, ihre Ausbildungsprogramme zusammenzuschließen, und wollen so die Qualifizierung der Mediziner verbessern und die Attraktivität der Region für Ärzte und vor allem für Nachwuchsmediziner zu steigern. Neben dem Klinikum, dem Kreiskrankenhaus Schrobenhausen, den Kliniken St. Elisabeth und dem Geratriezentrum Neuburg hat sich auch das Ärztenetzwerk GO IN der Initiative angeschlossen. Sie wird sicher dazu beitragen, unsere Region insgesamt für Ärzte attraktiver zu machen, die Aus- und Weiterbildung zu verbessern und damit letztlich auch die medizinische Versorgung für die Bevölkerung zu verbessern.

Auch eine wichtige Personalie gibt es am Klinikum zu vermelden: Nach über 20 Jahren als Chefarzt und Ärztlicher Direktor verabschiedet sich Prof. Dr. Erich Keller nun in den wohlverdienten Ruhestand. Er hat in seiner Zeit als Leiter der Frauenklinik gemeinsam mit seinem Team nicht nur rund 25.000 Kindern und damit einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung in Ingolstadt und der Region auf die Welt geholfen, sondern auch das Klinikum mit seiner medizinischen, aber auch organisatorischen Fachkompetenz mit geprägt und sich zum Beispiel um die Kooperation mit der rumänischen Universität Oradea verdient gemacht. Für seine weitere Zukunft wünschen wir ihm alles Gute.

Ihm folgt nun Dr. Hans-Jürgen Eisele als erfahrener Mediziner, der inzwischen als diplomierter Krankenhausbetriebswirtschaftler und Auditor im Qualitätsmanagement in die Verwaltung gewechselt ist und in leitender Funktion bei einer privaten Klinikkette in den letzten Jahren in verschiedenen Bereichen des Krankenhausmanagements viel Erfahrung gesammelt hat. Man darf also erwarten, dass er diese Erfahrungen in die Leitung des Klinikums einbringen und zur dynamischen Weiterentwicklung des Klinikums beitragen wird. Eisele ist übrigens ein „alter Bekannter“ im Klinikum: Bereits von 1987 bis 2005 war er – zunächst als Arzt, später in der medizinischen Reorganisation und Verwaltung – im Klinikum tätig. Für seine neue Aufgabe zurück an alter Wirkungsstätte wünschen wir ihm alles Gute. Im Übrigen ist es ein gutes Zeichen, dass ein Mann mit seinen Qualifikationen aus leitender Funktion in einer privaten Klinikkette auch aufgrund des „großen Potenzials“ des Klinikums nach Ingolstadt zurückkehrt.

Gemeinsam mit der Geschäftsführung und vielen anderen Stellen in und außerhalb des Klinikums darf er dann auch gleich das Megaprojekt als dominierendes Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte für das Klinikum begleiten: Die Generalsanierung des Klinikums steht an – ein Projekt, das insgesamt 21 Jahre Bauzeit in sieben Bauabschnitten zu je drei Jahren umfasst. Über 200 Millionen Euro wird das Vorhaben kosten, das derzeit noch vorbereitet und immer konkreter wird. Positive Signale und viel Lob für das Klinikum gab es dafür bereits aus dem Gesundheitsministerium in München. Die Generalsanierung wird das prägende Projekt der nächsten Jahre sein und muss daher mit größter Sorgfalt angegangen werden. Aber da sind wir nach den bereits vorliegenden Plänen überzeugt, dass das beim Klinikum Ingolstadt sicher der Fall sein wird.

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