Institut für Anästhesie und Intensivmedizin hat mit einem hochrangig besetzten Jubiläumssymposium den 40. Geburtstag gefeiert.
Übelkeit und Erbrechen nach einer Narkose das ist in der Medizin heute bei den meisten Patienten kein Thema mehr. Während man sich vor Jahren noch mit diesem und anderen Problemen beschäftigte und die Pulskontrolle in den anästhesiologischen Anfangsjahren im damaligen Städtischen Krankenhaus in der Ingolstädter Innenstadt noch mit der Hand durchgeführt wurde, kommen im heutigen Institut für Anästhesie und Intensivmedizin im Klinikum unter der Leitung ihres Direktors Prof. Dr. Gunther Lenz moderne Verfahren wie Narkosetiefenmessung oder eine ultraschallgesteuerte Teilnarkose zum Einsatz, bei der genau die richtige Stelle punktiert, die Regionalanästhesie gezielter und die Belastung für den Patienten geringer wird.
Sowohl die rasante Entwicklung des Ingolstädter Instituts, als auch der Anästhesiologie im Allgemeinen standen daher im Mittelpunkt des Jubiläumssymposiums im Veranstaltungsraum des Klinikum Ingolstadt, bei dem renommierte Fachvertreter zu Gast waren. Nach der Begrüßung durch Lenz und den neuen Ärztlichen Direktor des Klinikums, Dr. Hans-Jürgen Eisele, zog Prof. Dr. Bernhard Zwißler, Ordinarius für Anästhesiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, in seinem Vortrag Anästhesie gestern und heute eine Bilanz der Entwicklung des Faches. Die Möglichkeiten der Anästhesie hätten sich erheblich verbessert, das Risiko für die Patienten in gleichem Maße verringert, unter anderem durch ein ausgefeiltes Qualitätsmanagement oder durch immer neue Qualitätsleitlinien auf dem neuesten Entwicklungsstand, die Prof. Dr. Josef Briegel aus München im Rahmen des Symposiums für die Intensivmedizin vorstellte und die auch im Klinikum umgesetzt werden.
Gedenkminute für Pionier Prof. Bihler
Rund 200 Gäste waren gekommen, um die spannenden Vorträge hochrangiger Anästhesisten zu hören, gemeinsam in Gesprächen über frühere Zeiten oder neue Entwicklungen in der Anästhesie zu sprechen und die anästhesiologische Familie zu pflegen. Am Anfang stand allerdings eine Gedenkminute, in der der verstorbenen Kollegen gedacht wurde, unter anderem Prof. Dr. Karl Bihlers, der als Pionier und Leiter die Anästhesie in Ingolstadt aufgebaut und bis zu seinem Ausscheiden 1995 geprägt hatte. Als erster Chefarzt des neu gegründeten Fachbereichs schuf er eine leistungsfähige Abteilung mit schließlich 32 ärztlichen Mitarbeitern, die bei seinem Ausscheiden 1994 11.500 Patienten mit allen modernen Anästhesieverfahren versorgte, auf der anästhesiologischen Intensivstation mit zwölf Betten 1100 Patienten pro Jahr behandelte und in der Notfallmedizin unter anderem die neue Luftrettungsstation mit dem ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 32 einrichtete. Auch eine Schmerzambulanz für Patienten mit schweren chronischen Schmerzsyndromen wurde unter Bihlers Ägide aufgebaut.
Die letzten vier Jahrzehnte haben natürlich eine enorme Weiterentwicklung unserer Möglichkeiten und vor allem deutliche Verbesserungen für die Patienten mit sich gebracht, sagt Prof. Dr. Gunther Lenz, der Direktor des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin im Klinikum. Der erfahrene Anästhesist setzte als neuer Chefarzt Bihlers Werk fort und steht inzwischen selbst bereits seit 15 Jahren an der Spitze des Fachbereichs, der wie kaum ein anderer in allen Bereichen der Medizin gebraucht wird. Denn die Anästhesie war von Beginn an ein Querschnittsfach, das aufgrund seiner vielfältigen Aufgaben schon immer auf breiter Front gefragt war. Er habe damals eine sehr gut aufgestellte Abteilung übernommen, sagt Lenz, der das Institut seitdem zu einem modernen und serviceorientierten medizinischen Dienstleister mit heute rund 50 ärztlichen Mitarbeitern und rund 16.000 stationären sowie weiteren 4500 ambulanten Anästhesien im jetzt unter eigener Leitung stehenden Ambulanten OperationsZentrum weiterentwickelt hat. Früher wie heute stehen dabei die vier Säulen der Anästhesiologie im Mittelpunkt, nämlich die Anästhesie (Narkose), die Intensivmedizin, die Notfallmedizin sowie die Schmerztherapie und -linderung. Das alles bieten wir in Ingolstadt heute wie schon damals in unserem Institut auf sehr hohem Niveau, sagt Lenz, dessen Fachbereich auch in der Notfallversorgung eine sehr wichtige Rolle spielt.
Wie wichtig am Unfallort die Erfahrung sehr gut ausgebildeter Anästhesisten sei, betonte Prof. Dr. Lorenz Lampl vom Bundeswehrkrankenhaus in Ulm in seinem Vortrag anlässlich des runden Geburtstags. Enorme Fortschritte für die Patienten Prof. Dr. Wolfgang Koppert, Lehrstuhlinhaber für Anästhesiologie und Intensivmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), stellte neue Entwicklungen in der Schmerztherapie dar, die auch im Klinikum in hoher Qualität angeboten wird. Prof. Dr. Volker Hempel aus Konstanz schließlich erinnerte in seinem Vortrag an die Paradigmenwechsel in der Anästhesie und Intensivmedizin, die großen Entwicklungen und Fortschritte des Faches, wie etwa in der Intensivmedizin die Entwicklung hin zu einer lungenschonenden Beatmung, bei der frühzeitig die eigene Atmung des Patienten in besonderer Weise unterstützt werden soll. Von diesen Weiterentwicklungen profitierten vor allem die Patienten.
Im abschließenden Vortrag schließlich warb Prof. Dr. Bernd Landauer aus Ottobrunn unter dem Titel "Anästhesie was denn sonst?" 10 gute Gründe, Anästhesist zu werden für sein medizinisches Fachgebiet, um auch für die Zukunft hoch motivierten und qualifizierten Nachwuchs anzusprechen. Qualifizierte Anästhesisten sind in der Tat sehr gesucht, bestätigt auch Lenz. Aber das Klinikum Ingolstadt sei als attraktiver Arbeitgeber, Lehrkrankenhaus der LMU und Kooperationspartner mit der Universität Oradea gut aufgestellt. Dabei biete die Anästhesiologie ein großes Spektrum spannender Aufgabengebiete und exzellente Berufschancen, so der Direktor des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin, der sich über den großen Zuspruch anlässlich der Jubiläumsveranstaltung freute. Wir sind glücklich, dass auch viele ehemalige Mitarbeiter unserer Abteilung sowie renommierte Vertreter unseres Faches und der anderen Disziplinen gekommen sind. Das zeigt die Wertschätzung für unsere Erfolge in Ingolstadt, aber auch die Tradition und gute Vernetzung innerhalb der anästhesiologischen Familie.
Die zeigte sich auch bei einem Get together nach dem Symposium, zu dem die Gäste bei einem gemeinsamen Buffet im Kasino des Klinikums zusammenkamen, um über die eine oder andere Anekdote aus der Geschichte der Ingolstädter Anästhesie zu sprechen, sich über die Themen ihres Faches auszutauschen und gemeinsam mit Lenz und seinem Team Geburtstag zu feiern. Gründe dafür gibt es allemal, denn das Institut für Anästhesie und Intensivmedizin des Klinikums hat nicht nur eine ereignisreiche Vergangenheit, sondern sicher auch eine erfolgreiche Zukunft als leistungsstarker medizinischer Dienstleister für die Patienten wie auch für die anderen Fachbereiche im Klinikum vor sich. Bildunterschrift: Im Institut für Anästhesie und Intensivmedizin im Klinikum Ingolstadt unter der Leitung ihres Direktors Prof. Dr. Gunther Lenz kommen moderne Verfahren wie Narkosetiefenmessung oder eine ultraschallgesteuerte Teilnarkose zum Einsatz.
Foto: Klinikum Ingolstadt










