IHK-Gremium: Ausbildung attraktiver für Nachwuchskräfte machen
Die Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung haben immer größere Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Bis Ende des Jahres 2010 schlossen die Ausbildungsbetriebe im IHK-Gremiumsbezirk Ingolstadt-Pfaffenhofen 1.434 neue Lehrverträge ab. Das entspricht einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus der aktuellen Statistik der IHK für München und Oberbayern hervorgeht. Damit liegt die Region unter dem oberbayerischen Durchschnitt, wo die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um vier Prozent gestiegen ist.
„Die Ausbildungsbereitschaft der IHK-Betriebe und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften sind ungebrochen hoch“, betont Fritz Peters, Vorsitzender des IHK-Gremiums Ingolstadt-Pfaffenhofen. „Doch den Unternehmen fällt es immer schwerer, Bewerber zu finden“, sagt Peters. Das Hoch von 2007 mit 1.469 neu abgeschlossenen Lehrverträgen wurde deswegen deutlich verfehlt.
Die meisten neuen Lehrverträge in der Stadt Ingolstadt (insgesamt 539) schlossen die Unternehmen in den gewerblich-technischen Berufen ab (plus 4,7 Prozent). Besonders beliebt sind hier die Ausbildungsplätze in der Metall- sowie in der Elektrotechnik. Im kaufmännischen Bereich sind dagegen die Neu-Abschlüsse leicht rückläufig. Statt 545 wie im Jahr 2009 wurden 543 Ausbildungsstellen belegt. Die größten Rückgänge verzeichnen dabei der Einzelhandel sowie Hotellerie und Gastronomie.
Im Landkreis Pfaffenhofen gingen Neuabschlüsse sowohl bei den kaufmännischen Berufen (minus 4,2 Prozent) als auch bei den gewerblich-technischen Berufen (minus 3,8 Prozent) zurück. Vor allem in der Metall- und Elektrotechnik sowie in den Hotel- und Gastronomieberufen starteten weniger Jugendliche eine Ausbildung.„Die Bilanz wäre sicherlich besser ausgefallen“, so der IHK-Gremiumsvorsitzende, „hätte die Wirtschaft alle freien Lehrstellen auch besetzen können“. Tatsächlich sei der Kampf um gute Lehrlinge inzwischen voll entbrannt. So hätten im Herbst 2010 - wie schon in den Vorjahren - die üblichen Nachvermittlungsaktionen für noch nicht mit Lehrstellen versorgte Jugendliche abgesagt werden müssen.
Die Betriebe spürten den Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. „Wir müssen alles daran setzen, die Ausbildung als attraktiven Weg ins Berufsleben zu erhalten“, so Peters weiter. Der Nachwuchs habe in den Unternehmen hervorragende Perspektiven. Dazu müsse auch verstärkt die Möglichkeit des dualen Studiums, wie es die Hochschule Ingolstadt in Zusammenarbeit mit den Betrieben in der Region anbiete, genutzt werden. So könnten theoretisches Studium an der Uni und praktisches Arbeiten in einem Betrieb sinnvoll verbunden werden. Gleichzeitig hätten die Betriebe die Chance, über das duale Studium Nachwuchs an sich zu binden.










