Ein größeres Angebot an Lehrstellen löst nicht die Nachwuchsprobleme in bestimmten Branchen. Das erklärt Franz Ostermaier von der Mittelstandsunion Ingolstadt.
Gemäß der DIHK sind in diesem Jahr rund 332.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Dies sind so viele wie im Vorjahr bei ca. 24.000 weniger Schulabgängern. Jugendliche mit guten Abschlussnoten hätten in diesem Jahr "buchstäblich freie Wahl" gehabt, so der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann.
Die Gewerkschaftsverbände fordern allerdings ein größeres Angebot an Lehrstellen. Der DGB-Vize-Chefin Sehrbrock prangert an, dass 1,5 Millionen Menschen von 20 bis 29 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung seien und dies nicht vertretbar sei. Sie fordert von Politik und Wirtschaft eine größere Bereitschaft zur Schaffung von Ausbildungsplätzen. Liest man den aktuellen DK-Artikel vom 13.12.2010 mit dem Titel „Wir leiden unter einem Imageproblem“ sieht man, dass wohl einige Branchen – v.a. im Handwerk - große Probleme haben, überhaupt geeignete Bewerber und Interessenten für Ihre Berufe zu finden. Es stellt sich die Frage, ob ein größeres Angebot an Lehrstellen von sogenannten „Wunscharbeitgebern“ oder ganzen „angesagten“ Branchen wirklich eine gute Lösung darstellen würde.
Meiner Meinung würde eine erzwungene Ausweitung des Lehrstellenangebots in bestimmten Branchen und Industriezweigen 2 entscheidende Probleme nach sich ziehen:
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Wenn Unternehmen mehr Jugendliche ausbilden, als sie tatsächlich Bedarf haben, werden sicherlich einige Azubis nach der Lehre nicht übernommen werden. Das Problem würde nur verschoben, wenn nicht gar vergrößert werden.
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Bei den Branchen, die jetzt schon Probleme haben, geeigneten Nachwuchs zu finden, wird sich die Situation noch weiter verschärfen.
Sollte man daher nicht andere Wege gehen?
Der Obermeister der Metzgerinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen, Richard Huber, und der stellvertretenden Obermeister der Bäckerinnung, Eugen Kloos, zeigen im DK-Artikel vom 13.12.2010 auf, wie sinnvolle Maßnahmen aussehen können. Sie gehen auf Messen und in Schulen, um die jungen Menschen zu begeistern und ihre Berufe vorzustellen. Oft haben die Schüler das falsche Bild oder gar keine Vorstellung von bestimmten Berufen.
Meiner Meinung nach wäre z.B. auch ein stärkerer Praxisbezug im Unterricht wünschenswert. Man könnte eine integrierte Vorstellung von bestimmten Berufsbildern in den Unterrichtsstoff mit aufnehmen. So würden junge Menschen schon frühzeitig ihre Stärken und Neigungen erfahren. Der Nachfrageüberhang bei bestimmten Lehrstellen würde sich so langfristig möglicherweise selbst erledigen.
Der erfolgversprechende „Dreiklang“ lautet meiner Meinung nach:
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Wirtschaft: Aktives Werben der ausbildenden Betriebe mit ihren Innungen, die aktuell einen Nachwuchsmangel haben.
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Bildung: Integrieren von Berufsbildern in den Schulunterricht
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Jugendliche mit ihren Familien: Frühzeitiges Befassen mit den eigenen Stärken und Neigungen. „Schnuppern“ in verschiedene Berufe.
Die Politik muss dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Zum Beispiel mit einer Anpassung des Lehrplans. Die Rahmenbedingen für die Wirtschaft mit Fördermitteln für Arbeitsplatzschaffung werden schon seit Jahren erfolgreich praktiziert.
Ein aktives Handeln aller Beteiligten verspricht einen nachhaltigeren Erfolg als ein planwirtschaftliches Vorgehen!










